100 Jahre Fatima

Heiligsprechung am 13. Mai 

 Papst Franziskus spricht am 13. Mai die Hirtenkinder Francisco und Jacinta Marto heilig. Die Botschaft von Fatima - besonders Gebet um Frieden - hat sich seit der Proklamation des Mariendogmas 1950 und dem Attentat auf den hl. Papst Johannes Paul II. weltweit verbreitet.

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Experten-Interview zum Lutherjahr 2017 „Luther als Nationalheld zu sehen, gehört ad acta gelegt“

500 Jahre Reformation: Ein Gespräch mit dem Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann über Martin Luthers Fluch und Segen. 

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Von der Gemütlichkeit soll man sich nicht täuschen lassen. Martin Luther, dargestellt auf einem Bleiglasfenster des 19. Jahrhunderts.
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Von der Gemütlichkeit soll man sich nicht täuschen lassen. Martin Luther, dargestellt auf einem Bleiglasfenster des 19....FOTO: GETTY IMAGES/ISTOCKPHOTO
Zur Person

Thomas Kaufmann, 54, gehört zu den besten Kennern der Reformationsgeschichte. Der lutherische Kirchenhistoriker lehrt an der theologischen Fakultät der Universität Göttingen. Zuletzt erschienen seine Reformationsgeschichte „Erlöste und Verdammte“ (C.H.Beck), der Langessay „Luthers Juden“ (Reclam) und die biografische Einführung „Martin Luther“ (C.H.Beck Wissen).

Herr Kaufmann, das Reformationsjubiläum wird mit Luther-Bier, einem Playmobil-Luther und in Berlin sogar mit einem neuen Luther-Denkmalgefeiert. Hat der Reformator diesen Personenkult verdient?

Die Anfänge seiner Heroisierung und Monumentalisierung gehen ins 16. Jahrhundert zurück. Luther hat Zeit seines Lebens vermutlich zu wenig dagegen getan. Was jetzt an Vermarktung passiert, ist aus meiner Sicht banal, erbärmlich, albern. Da wollen Leute Geld mit ihm verdienen. Aber es ist nicht hinnehmbar, dass auch die evangelische Kirche Produkte dieser Art vertreibt.

Hat Luther sein Image gesteuert, war es eine Selbstheroisierung?

Wir wissen leider wenig, fast gar nichts darüber, wie Luther Einfluss auf seine Bildwerdung genommen hat, etwa in der Werkstatt von Lucas Cranach. Er hätte aber bestimmte Darstellungsweisen unterbinden können, sodass wir davon ausgehen, dass er sein stillschweigendes Einverständnis zu der bildpolitischen Vermarktung gab. Cranach präsentierte ihn in jedem Lebensalter in einer adäquaten Form: am Anfang der Stürmer und Dränger, dann der Hausvater und Ehemann, Junker Jörg als Ordnungsstifter, schließlich der saturierte fette Kirchenlehrer.

Wollte Luther sich zu einer Art Heiligem machen?

Dagegen spricht die Darstellungsweise von Luther und den anderen Reformatoren. Es sind streng präsentierte Gestalten in schwarzem Gelehrtentalar, denen die Lieblichkeit der Heiligen fehlt. Es fehlt die Milde, das Liebenswerte. Bildlich werden diese Männer als Gralshüter von Orthodoxie inszeniert, Garanten der Auslegung der wahren Lehre.

Luther wirkt in vielerlei Hinsicht wie eine mittelalterliche Figur. Er glaubte an Hexen, Dämonen und Zauberer. Taugt er heute noch zum Vorbild?

Eine Vorbildrolle halte ich für abwegig, schlichtweg deshalb, weil sich Luthers Wirkung historischen Umständen verdankt, die sich grundsätzlich von unseren unterscheiden. Aber er könnte Anreger sein, etwa als Sprachmeister oder als Ausleger biblischer Traditionen. Luther vermochte enorm einfühlsam zu trösten und brutal zu schmähen, man kann bei ihm viel über die Variationsbreite sprachlicher Ausdrucksmöglichkeiten lernen. An dieser Gestalt wird deutlich, welche Rolle Religion politisch und gesellschaftlich spielen kann, im Guten wie im Schlechten.

Der „Spiegel“ hat Luther den „ersten Wutbürger“ genannt, weil er gegen mächtige Institutionen rebellierte, die er für verrottet hielt. Wollte er ein Volkstribun sein?

 

Luther hat es sicher vermocht, dem Volk – wie er später selbst formulierte – „aufs Maul zu schauen“. Er besaß eine große Sensibilität für Stimmungen in der Bevölkerung und hat sie in der Frühzeit der Reformation auch agitatorisch auf seine Mühlen gelenkt. Schon in den 95 Thesen greift er im Grunde Wirtshausgespräche auf. Warum annulliert der neue Papst sofort die Ablässe seiner Vorgänger? Das ist doch nur Beutelschneiderei! Luther zitiert sehr genau aus einem Milieu, dem er als Bettelmönch eigentlich fernsteht. Aber seine Titulierung als „Wutbürger“ finde ich ärgerlich, weil sie Luther in die Nähe von Pegida rückt. Das hat er nicht verdient.

Vom einfachen Volk hat Luther sich später abgewandt. Die aufständischen Bauern nannte er „mörderische Rotten“. Ist das Bild vom Nationalhelden ein Missverständnis?

Der Nationalheld gehört ad acta gelegt. Die Zeit, in der Luther dazu stilisiert wurde, ist das frühe 19. Jahrhundert, die Ära der Befreiungskriege. Er wurde als Teil der antinapoleonischen Mobilmachung benutzt. Für Luthers Verhältnis zum sogenannten Volk ist einerseits charakteristisch, dass er bis zu seinem Tod ein genaues Ohr dafür besaß, wie sich die Leute ausdrücken, wie die Mutter zum Kind, wie die Marktfrau, wie der Bauer auf dem Feld spricht. Er hat die Menschen erreicht, weil er ihre Sprache sprach. Andererseits war Luther politisch in einer Ordnungswelt beheimatet, die durch drei Stände gekennzeichnet war: Den Lehrstand, also die Geistlichkeit, den Wehrstand als politische Führungsschicht, sprich den Adel, und den Nährstand, Bauern, Handwerker und den Rest der Bevölkerung. Diese Sozialstruktur war für Luther durch die Schöpfung eingerichtet worden, dagegen aufzubegehren war für ihn unvorstellbar.

Luther nannte Juden „Fremdlinge“, die „aus unserem Land vertrieben werden müssen“. Sie sprechen bei ihm von „vormodernem Antisemitismus“. Warum?

Es wurde immer wieder gesagt, dass Luther seine Feindschaft, die sich vor allem in den späten Schriften artikulierte, aus religiösen Gründen heraus formuliert habe. Grundsätzlich stimmt das, natürlich ist Luther primär von religiösen Motiven in seinem Verhältnis zum Judentum bestimmt. Darüber hinaus gibt es bei ihm aber Formulierungen, die die Juden als bestimmte Menschenklasse ansprechen, geradezu biologistisch. Da wird es antisemitisch. In Luthers Tischreden finden sich Äußerungen wie: „So wie die Elster das Rauben nicht lassen kann, so kann der Jude nicht davon absehen, Christen um- zubringen.“ Diese Vorstellungen, die mit biblischen Befunden nichts mehr zu tun haben und von einer geradezu naturhaften Andersartigkeit der Juden ausgehen, sind für mich vormoderne Formen dessen, was dann ab dem späten 18. Jahrhundert rassetheoretisch ausformuliert wurde. Die häufig aufgestellte Behauptung, der rassische Antisemitismus sei etwas völlig Neues, muss meines Erachtens korrigiert werden. Denn Luther war ein Kind seiner Zeit, er hat diese vormoderne Form des Antisemitismus nicht erfunden. Schon im Spanien des 15. Jahrhunderts wurde das Konzept der Geblütsreinheit als Motiv zur Vertreibung der Juden verwendet.

 

Am Ende seines Lebens glaubte Luther, das Opfer von Juden geworden zu sein. Bei seiner letzten Reise in seine Geburtsstadt Eisleben schreibt er, drei Wochen vor seinem Tod, aus einem Dorf, in dem viele Juden wohnten, sei „ein solcher kalter wind auff meinen kopff“ gezogen, dass er todkrank wurde. Woher kam diese Verblendung?

In Wirklichkeit handelte es sich wohl um einen Herzinfarkt. Luther schreibt an seine Frau: „Du würdest sagen, die Juden haben diesen kalten Wind ausgeblasen, um mich zu ermorden“. Das heißt, seine Frau Katharina von Bora war ebenfalls von diesen Vorurteilen beherrscht. Luther hatte nachweislich seit 1525 Angst davor, umgebracht zu werden. Und die gedungenen Mörder waren in der Mehrzahl der Belegstellen, die uns vorliegen, Juden. Seine Angst geht zurück auf einen verloren gegangen Brief, in dem Luther davor gewarnt wurde, dass polnische Bischöfe einen jüdischen Giftmörder nach Wittenberg schicken würden. Dafür hätten sie die gewaltige Summe von 2000 Gulden gezahlt.

Seit der Kaiser ihn geächtet hatte, war Luther vogelfrei. Muss man seine Angst nicht verstehen?

Jeder hätte Luther töten können, ohne dass er dafür belangt worden wäre. Deshalb konnte er seit seiner Rückkehr von der Wartburg 1522 das kursächsische Territorium nicht mehr verlassen. Einmal war er noch in Hessen, aber das war befreundetes evangelisches Gebiet.

Nach der Reichspogromnacht 1938 wies der Thüringer Landesbischof darauf hin, dass die Synagogen in der Nacht zu Luthers Geburtstag gebrannt hatten. Führte ein direkter Weg von Luther zu Hitler?

Diese Linie gibt es in Form einer Konstruktion. Konstruiert wurde sie von nationalsozialistischen Christen oder auch Nichtchristen und von völkischen Gruppierungen, die in Hitler den Willensvollstrecker des lutherischen Judenhasses gesehen haben. Das Zitat des Thüringer Landesbischofs Martin Sasse, eines Mitglieds der NSDAP, ist ein besonders bedrückendes Beispiel dafür, dass ein hoher Theologe nach der Tat die Übergriffe auf Juden von Luther her legitimiert hat. Auf diese Weise machte sich der Protestantismus attraktiv: Wir sind die Sachwalter des Erbes dieses großen Antisemiten. Die Deutschen Christen, zu denen Sasse gehörte, fühlten sich den Nationalsozialisten verbunden, hatten aber auch Angst davor, dass das Christentum gegenüber den neuheidnischen Elementen in der Ideologie des Nationalsozialismus ins Hintertreffen geraten könnte. Durch niemanden anderes Worte ist so eindeutig zum Synagogenbrand aufgerufen worden wie durch Luthers. Die brennenden Synagogen am 9. November 1938 waren der Probelauf für den Holocaust.

 

Für Sie ist die Reformation vor allem eine Medienrevolution. Hätten sich Luthers Ideen ohne den von Gutenberg erfundenen Buchdruck mit beweglichen Lettern überhaupt durchsetzen können?

Nein. Luther war ein printing native, jemand, der mit den Möglichkeiten der technischen Reproduktion von Texten engstens vertraut war. Ohne die Zusammenarbeit mit den Druckern und ohne das frühkapitalistische Wirtschaftssystem hätten sich seine Ideen nicht über Wittenberg hinaus verbreiten können. Denn wenn es irgendein Gewerbe in dieser Zeit gab, bei dem man schon im Vorlauf relativ viel Kapital brauchte, dann war es das Druckgewerbe. Für den aufwendigen Druck seines Neuen Testaments auf Deutsch musste Luther 1522 etwa tausend Gulden vorfinanzieren, eine enorme Summe.

Luthers Texte ließen sich nicht mehr zurückholen, je höher die Auflagen waren, in denen sie gedruckt wurden. War die Medienrevolution seine Rettung?

Es gab zwar eine bischöfliche Zensur, aber die blieb in den protestantisch werdenden Territorien wirkungslos. Eine reichsweit agierende Zensur fehlte deshalb, weil der Kaiser keine Exekutivvollmachten in Hinblick auf das Reichsgebiet besaß. Zensurmaßnahmen waren den Landesherren oder städtischen Aufsehern vorbehalten, führten aber meist nur dazu, dass die inkriminierten Texte ein paar Kilometer weiter in einem anderen Ort gedruckt und von dort aus verbreitet wurden. Die Gedanken wurden immer freier.

Gleicht die Erfindung des Buchdrucks dem Beginn des Internetzeitalters?

Der Vergleich liegt nahe. Autoren konnten erstmals eine bisher unvorstellbare Menge von Menschen zu Mitwissern und Mitlesern machen. Andererseits wurde auch die Möglichkeit der Schmähung, wie sie heute ein Phänomen im Internet ist, durch die Drucktechnik erleichtert. Flugblätter, die den Papst oder wahlweise Luther als Teufel zeigten, waren eine Art Hate-Postings des 16. Jahrhunderts. Ein Unterschied ist allerdings die Nachhaltigkeit der Wirkung. Wir können heute noch die Drucke des 16. Jahrhunderts lesen, dafür sorgen die hohe Qualität des Papiers und die Akribie des Druckvorgangs. Dass die digitalen Spuren unserer Zivilisation eine vergleichbare Lebenszeit haben, möchte ich bezweifeln.

 

Was erhoffen Sie sich vom Reformationsjahr?

Das Beste, was passieren könnte, wäre, dass wir eine offene gesellschaftliche Diskussion über die Bedeutung der Religion unter den Bedingungen der Gegenwart führen. Wir müssen wegkommen von den emotional aufgeladenen Symboldebatten über Minarette und Kopftücher. Wenn das Reformationsjubiläum dazu beiträgt, sich klarzumachen, wie lang der Weg der christlichen Religionen zur Toleranz war, dann wird das auch zu einer gewissen Gelassenheit im Umgang mit dem Islam beitragen.

Interview: Christian Schröder


 


 

Amoris Laetitia: Sechs zentralen Punkte

Nicht immer nur Rom, Realismus, Es geht um die Liebe, Eingliederung aller, Das Gewissen und Wider das öffentliche Gezerre, das sind für Radio Vatikan die sechs entscheidenden Punkte im Papstschreiben Amoris Laetitia.


Ich „empfehle nicht, es hastig ganz durchzulesen“: Papst Franziskus legt dem schnellen Interesse Zügel an, gleich zu Beginn des Dokumentes Amoris Laetitia erklärt er, warum der Text so umfangreich geworden ist, und warnt vor einem zu schnellen Suchen und Lesen. Um sich aber in diesem, wie der Papst sagt, umfangreichen Text orientieren zu können, geben wir hier einen Überblick über die wichtigsten Punkte der Apostolischen Exhortation.

 

1. Nicht immer nur Rom

„Nicht alle doktrinellen, moralischen oder pastoralen Diskussionen (müssen) durch ein lehramtliches Eingreifen entschieden werden“ (AL 3). Gleich zu Beginn gibt der Papst einen der Schlüssel für den Umgang mit der Wirklichkeit an: Lösungen kommen nicht ausschließlich ‚von oben’. Dahinter steht die Idee der Inkulturation, das heißt, vor Ort können Lösungen anders aussehen als im Nachbarland oder in einem anderen Kulturkreis, weil die Umstände andere sind.

 

2. Realismus

Es sind „Urteile zu vermeiden, welche die Komplexität der verschiedenen Situationen nicht berücksichtigen“. Dem Papst geht es um den Blick auf die Wirklichkeit, nicht auf das Ideal. Ohne Aufmerksamkeit für die Realität kann man weder die Bedürfnisse der Gegenwart noch den Ruf des Heiligen Geistes verstehen, heißt es im Text. Realismus helfe dabei, „ein allzu abstraktes theologisches Ideal der Ehe (...), das fast künstlich konstruiert und weit von der konkreten Situation und den tatsächlichen Möglichkeiten der realen Familien entfernt ist“, zu vermeiden (AL 36). Idealismus führt dazu, dass die Ehe nicht als das gesehen wird, was sie ist, nämlich ein „dynamischer Weg der Entwicklung und Verwirklichung“ (AL 37).

 

3. Es geht um Liebe

Das zentrale Kapitel – wie der Papst es bezeichnet – ist das Kapitel über die Liebe, wobei der Papst das Wort „amor“ benutzt, nicht das der Nächstenliebe nähere Wort „caritas“. Es geht um alle Aspekte der Liebe, von Verlässlichkeit und Hingabe über Leidenschaft und Erotik bis zum Wandel im Alter und zum Tod. Sexualität zum Beispiel wird „als eine Teilhabe an der Fülle des Lebens in seiner (Christi) Auferstehung erlebt“, es herrscht ein positiver Grundton vor. Der Papst betont, dass „im Wesen der ehelichen Liebe selbst die Öffnung auf die Endgültigkeit hin vorhanden ist“ (AL 123), und zwar in der ganzen Weite der Ehe, im „Miteinander von Wonnen und Mühen, von Spannungen und Erholung, von Leiden und Befreiung, von Befriedigung und Streben, von Missbehagen und Vergnügen“ (AL 126).

 

4. Eingliederung aller

„Es geht darum, alle einzugliedern; man muss jedem Einzelnen helfen, seinen eigenen Weg zu finden, an der kirchlichen Gemeinschaft teilzuhaben, damit er sich als Empfänger einer unverdienten, bedingungslosen und gegenleistungsfreien Barmherzigkeit empfindet“ (AL 297). Pastoral ist nicht einfach die Umsetzung von Regeln in die Praxis, sie muss vom Einzelnen in seiner jeweiligen Situation ausgehen. Die Perspektive dazu ist die, alle – dieses Wort betont der Papst – zu integrieren.

 

5. Das Gewissen

„Wir sind berufen, die Gewissen zu bilden, nicht aber dazu, den Anspruch zu erheben, sie zu ersetzen“ (AL 37). Zu einer Erwägung im Gewissen gehören der Blick auf die Lehren Christi und auf die Tradition der Kirche, zu leichte und zu harte Lösungen gleichermaßen sind Verrat an der konkreten Lebenssituation. Außerdem ist aber der Einzelne zu respektieren, im Gewissen ist er allein mit Gott. Das erklärt auch, weshalb das Dokument keine neuen Regeln vorgibt: „Wenn man die zahllosen Unterschiede der konkreten Situationen (…) berücksichtigt, kann man verstehen, dass man von der Synode oder von diesem Schreiben keine neue, auf alle Fälle anzuwendende generelle gesetzliche Regelung kanonischer Art erwarten durfte. Es ist nur möglich, eine neue Ermutigung auszudrücken zu einer verantwortungsvollen persönlichen und pastoralen Unterscheidung der je spezifischen Fälle“ (AL 300).

 

6. Wider das öffentliche Gezerre

„Die Debatten, wie sie in den Medien oder in Veröffentlichungen und auch unter kirchlichen Amtsträgern geführt werden, reichen von einem ungezügelten Verlangen, ohne ausreichende Reflexion oder Begründung alles zu verändern, bis zu der Einstellung, alles durch die Anwendung genereller Regelungen oder durch die Herleitung übertriebener Schlussfolgerungen aus einigen theologischen Überlegungen lösen zu wollen“ (AL 2). Dem Papst ist bewusst, was für einen Begleitlärm die Synode hatte, innerkirchlich und auch medial. Bereits in seinen beiden Abschlussreden hatte er das kritisiert, in Amoris Laetitia benennt er diesen Umstand noch einmal deutlich. Hinter der Kritik steckt auch eine Aufforderung: nicht hektisch zu lesen, nicht die Debatte zu überspitzen, sondern ruhig und betrachtend die einzelnen Themen und Teile des Textes durchzugehen.

 

 

(49830)

erstellt von: Radio Vatican

 

Gemeinsame Erklärung von Papst Franziskus und Patriarch Kyrill von Moskau

https://www.erzdioezese-wien.at/site/home/nachrichten/article/48671.html


 

Kinder brauchen in multikultureller Gesellschaft Orientierung

http://www.meinefamilie.at/kindern-von-gott-erzaehlen/


 

Kirche in Österreich
ein wichtiger Wirtschaftsfaktor


 

Umweltenzyklika des Papstes

In seiner neuesten Enzyklika will Papst Franziskus alle Menschen ansprechen und sie aufrütteln, mehr Verantwortung für die Schöpfung zu zeigen. Der Raubbau an Mutter Erde bringt nur einem kleinen Teil der Weltbevölkerung Wohlstand, für den weitaus größten Teil der Menschen und der Lebewesen dieser Erde kommt es zum Entzug der Lebensgrundlagen. Im Anschluss findest du die Enzyklika "laudate si" im ganzen Wortlaut:

http://w2.vatican.va/content/francesco/de/encyclicals/documents/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html


 

Über die Maiandacht

 


 

 

 

Kreuzweg und Osterei                                                

Wer mit Kindern über Ostern sprechen möchte, der kann sich einiger „Hilfsmittel" bedienen. Mit Kindern über Ostern zu sprechen, fällt Erwachsenen nicht immer leicht. Denn auch wenn am Ende steht, dass das Leben den Tod besiegt, wirft das Osterfest doch auch Themen wie Angst, Einsamkeit, Enttäuschung, Gewalt und Tod auf. Einfacher wird es, wenn man sich verschiedenster „Hilfsmittel“ bedient, anhand derer über das biblische Geschehen gesprochen werden kann. Der Kreuzweg in der eigenen Pfarrkirche könnte etwa so ein „Hilfsmittel“ sein. Einen ganz besonderen Kreuzweg, der seit Jahrhunderten Anziehungspunkt für Jung und Alt ist, findet man rund um die Kalvarienbergkirche auf dem Sankt-Bartholomäus-Platz 3, in Wien 17 (Öffnungszeiten: bis 5.4. tägl. von 10 – 17.30 Uhr). Es handelt sich dabei um keinen traditionellen Kreuzweg mit den üblichen 14 Stationen, sondern einen Kreuzweg, der die Erlösung des Menschen und die damit verbundene Wandlung seiner sieben Hauptsünden in Tugenden thematisiert. Ein schweres Thema für Kinder, zugegeben, aber die „Kreuzwegbilder“ in Hernals – lebensgroße, bunte, expressionistische Reliefs – eignen sich hervorragend auch für kleinere Kinder. Auf das Ei gekommen Auch Ostersymbole und Bräuche können helfen, dem Kern der Sache näher zu kommen: Die Palmkätzchen, die nach dem Winter rasch blühen; die Eier, die von außen hart sind, aus denen aber Leben kommen kann – das alles symbolisiert, dass das Leben den Tod besiegt. Dem Osterei von seiner genussvollen Seite nähern, kann man sich in den Osterferien zum Beispiel im Volkskundemuseum im 8. Bezirk. Unter dem Titel „Veilchen-Saatgut-Zwiebelschalen“ wird es auch darum gehen, was Zwiebelschalen mit Ostereiern zu tun haben.
erstellt von: Der Sonntag / Andrea Harringer 25.03.2015

 

Nein zur neuen Vergötterung des Geldes

55. Einer der Gründe dieser Situation liegt in der Beziehung, die wir zum Geld hergestellt haben, denn friedlich akzeptieren wir seine Vorherrschaft über uns und über unsere Gesellschaften. Die Finanzkrise, die wir durchmachen, lässt uns vergessen, dass an ihrem Ursprung eine tiefe anthropologische Krise steht: die Leugnung des Vorrangs des Menschen! Wir haben neue Götzen geschaffen. Die Anbetung des antiken goldenen Kalbs (vgl. Ex 32,1-35) hat eine neue und erbarmungslose Form gefunden im Fetischismus des Geldes und in der Diktatur einer Wirtschaft ohne Gesicht und ohne ein wirklich menschliches Ziel. Die weltweite Krise, die das Finanzwesen und die Wirtschaft erfasst, macht ihre Unausgeglichenheiten und vor allem den schweren Mangel an einer anthropologischen Orientierung deutlich – ein Mangel, der den Menschen auf nur eines seiner Bedürfnisse reduziert: auf den Konsum. 56. Während die Einkommen einiger weniger exponentiell steigen, sind die der Mehrheit immer weiter entfernt vom Wohlstand dieser glücklichen Minderheit. Dieses Ungleichgewicht geht auf Ideologien zurück, die die absolute Autonomie der Märkte und die Finanzspekulation verteidigen. Darum bestreiten sie das Kontrollrecht der Staaten, die beauftragt sind, über den Schutz des Gemeinwohls zu wachen. Es entsteht eine neue, unsichtbare, manchmal virtuelle Tyrannei, die einseitig und unerbittlich ihre Gesetze und ihre Regeln aufzwingt. Außerdem entfernen die Schulden und ihre Zinsen die Länder von den praktikablen Möglichkeiten ihrer Wirtschaft und die Bürger von ihrer realen Kaufkraft. Zu all dem kommt eine verzweigte Korruption und eine egoistische Steuerhinterziehung hinzu, die weltweite Dimensionen angenommen haben. Die Gier nach Macht und Besitz kennt keine Grenzen. In diesem System, das dazu neigt, alles aufzusaugen, um den Nutzen zu steigern, ist alles Schwache wie die Umwelt wehrlos gegenüber den Interessen des vergötterten Marktes, die zur absoluten Regel werden. Aus Evangelli Gaudium 55 - 56 erstellt von: Papst Franziskus


 

 

Brechen wir auf, gehen wir hinaus, um allen das Leben Jesu Christi anzubieten!

Mir ist eine „verbeulte“ Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straßen hinausgegangen ist, lieber, als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist.

Papst Franziskus in Evangelii Gaudium 49

 


 

Informationen über Glauben, Personen und Wissenswertes in den Dekanaten Kirchberg am Wechsel und Kirchschlag

http://www.erzdioezese-wien.at/

 

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