Wer in eine Gruppe oder einen Verein aufgenommen wird, erlebt dieses Hineinwachsen oft stufenweise auf verschiedene Etappen verteilt. So hat auch die Kirche für die Integration ihrer Glieder 3 Grade vorgesehen: Nach der grundsätzlichen Aufnahme in der Taufe und der Hinführung zur Gemeinschaft (=Kommunion) mit Jesus in der Eucharistie vollendet das Sakrament der Firmung die Eingliederung in den Leib Christi, die Kirche.

Die äußeren Zeichen der Firmung, also Salbung, Handauflegung und Handschlag machen deutlich, dass der Gefirmte eine noch innigere Verbindung mit Christus (=der Gesalbte) eingeht, eine Beauftragung (Handauflegung) von ihm erhält und einen verbindlichen Bund mit ihm schließt (Handschlag). Der Firmpate kann dabei eine unterstützende Funktion einnehmen, er ist jedoch nicht unbedingt notwendig, zumal es ja auch um die Mündigkeit und Selbständigkeit des Gefirmten geht.

In den ersten Jahrhunderten wurde die Firmung gleich mit der Taufe mitgespendet (vgl. etwa Apg 19,5f), ein Brauch, der sich in der Ostkirche bis heute gehalten hat, im Westen hingegen hat sich die Firmung mehr und mehr von der Taufe emanzipiert, zumal als sich die Kindertaufe allgemein durchsetzte. Hintergedanke einer späteren Firmung ist dabei das reifere Alter und damit die bewusstere Entscheidung und das Miterleben der Firmkandidaten.

Die Frage ist aber ehrlicherweise, ob das bei einem Firmalter mit 14 nicht eine schöne Theorie ist, die in der Praxis doch so aussieht, dass die Eltern die Kinder zur Firmung drängen, unabhängig von ihrer Glaubensüberzeugung oder der der Kinder, weil es eben so üblich ist und doch so manches schöne Geschenk auf einen wartet.

Für mich persönlich ist die Firmvorbereitung immer ein Wechselbad der Gefühle, wo einerseits bei manchen Jugendlichen ein religiöses Aufblühen zu erleben ist, das wirklich ermutigend ist, andererseits aber sich die Sinnlosigkeit der Sakramentenspendung  bisweilen förmlich aufdrängt, man aber nichts sagen darf, wenn man keinen Krieg möchte.

Wenn die Firmkarte sozusagen der Führerschein des Glaubens ist, möchte man wohl auch erwarten, dass dann das Fahrzeug Kirche im Vertrauen auf den „Treibstoff Heiliger Geist“ auch benutzt wird, stattdessen ist die Firmung nicht selten ein vorläufig letztes Türenzuschlagen.

Trösten dürfen wir uns an den vielen Jugendlichen, die sich wirklich für den Geist öffnen und sich nach der Firmung verstärkt in der Kirche engagieren, etwa in der Katholischen Jugend, und damit, dass der Hl. Geist doch oft auch im Verborgenen wirkt und manches reifen lässt, was erst später sichtbar wird. Denn schließlich gilt immer noch: Der Geist weht, wo er will!

  • In der Pfarre St. Vitus findet jedes Jahr eine Pfarrfirmung statt. 
  • Dabei wird gewechselt zwischen der Pfarrkirche St. Vitus und der Kirche St. Josef in Grimmenstein. 
  • Die Firmvorbereitung beginnt bereits im Herbst des Vorjahres und liegt in den Händen einer Gruppe von Firmhelfern, die Gruppsenstunden zu verschiedenen Themen gestalten. 
  • Außerdem sind praktische Projekte und Teilnahme am Gottesdienst wichtige Teile der Firmvorbereitung.

 

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