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Grundgelegt ist die Ehe eigentlich schon in der Schöpfungsordnung (vgl. Gen 2,18ff) und hatte daher für die jüdische Gesellschaft des Alten Bundes einen hohen Stellenwert. Obwohl selbst ehelos, war für Jesus und auch für Paulus die Ehe eine bedeutende Angelegenheit und sie äußern sich mehrfach grundlegend darüber. (Vgl. Mt 5,27ff; 19,3ff; Mk 10,2ff; Lk 16,17f) Im siebten Kapitel des ersten Korintherbriefes liefert Paulus geradezu eine zeitlos gültige „Magna Charta“ über Ehe und Ehelosigkeit.  Auch in anderen Briefen des Neuen Testamentes wird die Ehe thematisiert. (vgl. Hebr 13,4; 1 Petr 3,1-7 u.a.)

Deutlich wird im NT allerdings, dass im Himmel nicht mehr geheiratet wird (etwa Mk 12,25), die Ehe also mit dem Tod endet, was auch heißt, dass Wiederverheiratung nach dem Tod des Partners möglich ist (vgl. 1 Kor 7,39; 1 Tim 5,11ff) Trotz dieser Beschränkung auf das irdische Leben sieht die katholische Kirche im Gegensatz zu Luther, der die Ehe als „weltlich Ding“ qualifiziert und daher zu liberaleren Auffassungen gelangt, Ehe in der Bibel als Sakrament grundgelegt. Kurz könnte man die Ehe definieren als einen auf das ganze weitere Leben angelegten Bund zwischen Gott und einem aus Mann und Frau bestehenden Paar, welcher auf tiefe Gemeinschaft und Weitergabe des Lebens in Liebe angelegt ist.

Oft hört man heute von der Krise des Ehesakramentes. Gerade vor dem Hintergrund, dass der gesellschaftliche Dammbruch nun auch unsere „Heil(ig)e Bucklige Welt“ erreicht hat und im Bereich unserer Pfarre bisweilen mehr staatliche Scheidungen am Laufen sind als kirchliche Eheschließungen sich anbahnen, sollten bei uns allen die Alarmglocken schrillen. Dabei ist die Ehe von zwei Seiten her bedroht: Einerseits von „vorne her“, von dem Umstand her, dass das, was eigentlich in die Ehe gehört – Zusammenwohnen, Geschlechtsverkehr und Kinderkriegen – schon vorweg genommen wird und so die Frage im Raum steht: Was soll die Ehe eigentlich noch ändern, wozu ist sie noch notwendig? Zum anderen von „hinten her“ angesichts der hohen Scheidungsrate, die die Unauflöslichkeit der Ehe scheinbar immer mehr zur Farce werden lässt. Beide Tendenzen zusammen bringen die Ehe von hinten und vorne in die „Klemme“ und lassen sie im Vergleich zu moderneren, flexibleren Lebensformen überflüssig, starr und alt aussehen.

Und dennoch dürfen wir als Christen darauf vertrauen, dass das katholische Modell der Ehe als Sakrament nicht zeitbedingt ist, sondern grundlegend bleibt für eine gesunde Gesellschaft.  Die Lösung besteht daher sicher nicht in einer Liberalisierung in diesem Bereich, sondern in einer grundlegenden Bewusstseinsänderung, die auf eine Neubesinnung auf das Wesen der Ehe abzielt. Dazu wäre die Erinnerung daran, dass die Ehe von ihrem Wesen her eigentlich ein Dreibund der Ehepartner mit Gott ist, sehr heilsam. Denn wo die Ehepartner Treue zu Gott leben, da tun sie sich im allgemeinen auch mit der Treue zueinander leichter. Freilich gibt es auch Scheidungen unter „Frommen“, die dann umso mehr ein katastrophales Signal aussenden, aber Untersuchungen zeigen, dass wirklich religiöse Ehen, zumal wenn auch die kirchliche Sexualmoral beherzigt wird, wesentlich beständiger sind!

Das Zeugnis christlicher Eheleute, eine gute Vorbereitung auf die Ehe und gute Kommunikation innerhalb der Ehe und zwischen verschiedenen Ehepaaren wären wichtige Voraussetzungen, damit das Ehesakrament seine Wirkkraft entfalten kann. In diesem Sinn heißt es allen Unkenrufen der „Weltfremdheit“ und „Überholtheit“ zum Trotz das biblische Ideal hochzuhalten, dabei aber die Sorge um die nicht zu vergessen, die sich mit all dem schwer tun. Wer heiraten möchte, möge sich für die Trauung zeitig einen Termin mit dem Pfarrer ausmachen und zum Trauungsgespräch kommen. Dabei brauchen alle, die nicht in der Pfarre Edlitz getauft sind, eine Taufscheinergänzung, die nicht länger als 6 Monate vom Hochzeitstermin zurück datiert sein darf.

Falls die Trauung in einer Kirche stattfinden soll, die nicht in der Wohnpfarre von Braut oder Bräutigam liegt, muss eine Trauungserlaubnis des Heimatpfarrers eingeholt werden.

Außerdem ist ein Ehevorbereitungskurs notwendig, anbieten würde sich etwa der Kurs in Lichtenegg: http://www.traut-euch.at/

Allgemeine Informationen hier: https://www.erzdioezese-wien.at/pages/inst/18404935

Weitere Informationen auch über andere Kursorte gibt es im Pfarrhof.