Als christlich sozialisierter Mensch fragt man sich manchmal, warum Jesus nicht von allen Menschen verstanden worden ist. Dabei haben sie ihn live gehört und gesehen, sie haben Fragen stellen können, und er hat Antworten gegeben. Doch besonders die, die ihm nahegestanden sind – verwandtschaftlich oder als theologische Insider, haben sich mit ihm schwergetan.

Das Evangelium erzählt: Wieder einmal versammelt sich eine große Menschenmenge um Jesus, der den Weg zum Vater geht. Es ist ein Leidensweg, der für seine Umgebung (noch) unverständlich ist. So bahnt sich ein Konflikt an zwei Fronten an, einerseits mit den Verwandten, die meinen: „Er ist von Sinnen“, andererseits mit den Schriftgelehrten, die schon seit langem nicht gut auf ihn zu sprechen sind. Diese nützen die Gelegenheit, den Konflikt hochzuschaukeln, indem sie erklären: „Er ist von Beelzebul besessen; mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus.“

Vorwurf an Jesus: Er verbünde sich mit dem Teufel, dem Durcheinanderwerfer, der Unordnung bringt, sich nicht an Gesetze hält, was Jesus ja nach Ansicht der Pharisäer tut, wenn er beispielsweise am Sabbat Menschen heilt, sich mit Sündern an einen Tisch setzt, usw. Mit solchen Aktionen sammelt Jesus Minuspunkte.

Trotzdem versucht er, Missverständnisse zu beseitigen durch Beobachtungen aus dem Alltagsleben: Wenn ein Ziel erreicht werden soll, braucht es Einigkeit im Guten, auch im Bösen. Uneinigkeit ist der Ursprung von Kränkung, Hass, Neid, Missgunst bis hin zu Gewalt. Es können Fehler aller Art passieren, „Lästerungen“ genannt.

Die Grenze ist aber dort überschritten, wo die Schriftgelehrten Jesus einen „unreinen Geist“ vorwerfen. Anders gesagt: Dort, wo sich Menschen gegenüber dem Heiligen Geist versperren, wo sie sich ihm in den Weg stellen, etwa durch Unbarmherzigkeit, wo sie sich von der Liebe Gottes endgültig absondern – „Sünde“ hängt mit „absondern“ zusammen, dort kann es keine Verzeihung geben.

Zurück zu „Jesus verstehen“: Wenn wir ihn mehr uns mehr verstehen und ihm ernsthaft folgen, dann kann es schon sein, dass jemand zu uns sagt: „Du bist von Sinnen.“ Nehmen wir’s als Kompliment!

 
 
 
 

 
18.04.2021

DER WEG DES FRIEDENS

An Jesus kann ich anschaulich sehen, wie der Weg zum Frieden aussieht. Jesus beginnt einfach damit, dass er auf völlig berechtigte Vorwürfe verzichtet. Deshalb berührt es mich so sehr, dass er bis heute mit diesem Gruß in unsere Mitte tritt: „Friede sei mit euch.“

Gedanken zum Evangelium, von Kardinal Christoph Schönborn, am Sonntag, 18. April 2021, (Lukas 24,35-48).

Friede sei mit euch! Das sind die ersten Worte, die Jesus als der Auferstandene zu seinen Anhängern sagt. Jedes Jahr zu Ostern bewegt mich dieser Gruß aufs Neue.

 

Jesus hätte allen Grund gehabt, seinen Getreuen ein ernstes Wort der Kritik zu sagen. Sie hatten ihn alle verlassen, hatten sich in ihrem Versammlungsraum verschanzt, die Türen verrammelt. Außer dem Lieblingsjünger Johannes hatte es keiner gewagt, bei ihm zu bleiben, als er am Kreuz qualvoll dahinstarb. Nicht einmal als er tot war, haben seine Jünger sich darum gekümmert, dass sein Leichnam würdig bestattet wird. Nach damaligem Brauch wurden die Gekreuzigten in ein Massengrab „entsorgt“, wenn niemand den Leichnam von der Behörde erbittet. Zwei Ratsherren, Joseph von Arimathäa, und Nikodemus, sorgten dafür, dass Jesus ein ordentliches Grab erhielt.

 

Und jetzt ist Jesus plötzlich da, trotz verschlossener Türen. Was mich immer wieder überrascht: kein Wort des Vorwurfs! Kein Tadel! Nur das eine schlichte Wort: Friede sei mit euch! Wie oft passiert es mir, dass ich zuerst meine Kritik, meinen Ärger, meine Enttäuschung äußere, wenn mir etwas Unschönes widerfahren ist. Jesu Haltung gibt mir zu denken. Er erwähnt das Versagen seiner Jünger mit keinem Wort. Und so kann Freude aufkommen. Und das Wissen: Er hat uns vergeben!

 

Gegen meine Sicht kann ein Einwand erhoben werden: „Der Friede sei mit euch“, das ist der völlig übliche Gruß in den semitischen Sprachen. Bis heute grüßen die Israelis einander mit dem einfachen Wort „Shalom“, „Frieden“! In den arabischsprachigen Ländern ist es das schliche „Salam“. Jesus hat also seine Jünger ganz normal begrüßt. Papst Franziskus hat nach seiner Wahl viele dadurch überrascht, dass er als erstes Wort keinen religiösen Gruß gebraucht hat, sondern „buona sera“, „Guten Abend“!

 

Und doch glaube ich, dass das Wort „Frieden“ im Mund Jesu gerade in diesem Moment eine tiefe Bedeutung hatte. Der Alltagsgruß „Friede!“ trägt diese Bedeutung schon in sich. Es ist die ewige, unauslöschliche Sehnsucht nach dem Frieden. Diese Sehnsucht ist umso stärker, je mehr wir unter allen Arten von Unfrieden leiden. Jesus hat seinen Auftrag ganz ausdrücklich als Friedensbringer verstanden: „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch.“

 

Er unterscheidet also den Frieden, den die Welt gibt, von dem Frieden, den er zu geben gekommen ist. Wir sehnen uns alle nach Frieden, aber nur selten gelingt es uns, in Frieden zu leben. Gewiss, wir haben in Österreich seit 75 Jahren keinen Krieg. Im Vergleich zu anderen Ländern haben wir geordnete Verhältnisse. Und das ist die Voraussetzung für sozialen Frieden. Aber an Streit und Hass, an Neid und Eifersucht fehlt es trotzdem nicht. Wir wissen, wie schwer es sein kann, Frieden in eine zerstrittene Familie zu bringen, und welcher Segen es ist, wenn Versöhnung gelingt.

 

„Christus ist unser Frieden“, sagt der Apostel Paulus: „Er hat in seiner Person die Feindschaft getötet.“ An Jesus kann ich anschaulich sehen, wie der Weg zum Frieden aussieht. Jesus beginnt einfach damit, dass er auf völlig berechtigte Vorwürfe verzichtet. Deshalb berührt es mich so sehr, dass er bis heute mit diesem Gruß in unsere Mitte tritt: „Friede sei mit euch.“

erstellt von: Kardinal Christoph Schönborn
 
 
 

 

Bei den vielen verschiedenen Nachrichten und Themen, die in den sozialen Netzwerken kursieren, stelle ich mir manchmal die Frage, wie glaubwürdig sind diese Informationen? Welche Möglichkeiten habe ich, die vielen Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, damit ich mir meine eigene Meinung bilden kann, und welche Nachrichten sind wirklich relevant für mich?

Ähnlich muss es dem Apostel Thomas ergangen sein, als die Jünger ihm berichteten: „Wir haben den Herrn gesehen.“ Wie glaubwürdig war diese Meldung für Thomas? Denn, als die Frauen vom leeren Grab zurückkamen und den Aposteln erzählten, dass der Herr auferstanden war, glaubten die Apostel den Frauen nicht und bezeichneten es als Geschwätz (vgl. Lk 24, 6 -11).

Irgendwie ist mir der Apostel Thomas sympathisch, er hat seine Zweifel, er möchte nicht leichtgläubig erscheinen, ein paar Beweise möchte er schon haben. Vielleicht waren es die Zweifel, die ihn letztendlich zu einer großen Gnade führten, als er die Wunden von Jesus berührte, ja am Ende bekannte er sich sogar, wo er sich vorher schwer getan hatte zu glauben, zu dem Satz: „Mein Herr und mein Gott.“

Ich denke, dass diese Begebenheit auch den anderen Aposteln half, aus ihrer eigenen Verwundbarkeit, der Furcht, der Zweifel und der Verlassenheit, herauszukommen.

Es ist ja grundsätzlich nichts Schlechtes, wenn man seine Zweifel hat, wenn man sich bei einer Sache nicht sicher ist, es noch einmal einer Überprüfung unterzieht. Im Glauben haben wir manchmal unsere Zweifel, die uns das ganze Leben begleiten können. Gerade deshalb kann uns die Begebenheit des Apostels Thomas dabei eine Hilfe sein, dass wir trotz unserer Zweifel mit Jesus rechnen können, dass Er es ist, der unsere verschlossenen Türen unserer Herzen öffnet.

Im Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry liest man: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Man kann es auch als Sehtest des Glaubens bezeichnen: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ Denn unser Glaube soll nicht an Äußerlichkeiten hängen bleiben, sondern in eine innere Begegnung mit Christus als Gemeinschaft von Glaubenden münden.

Darum ist die Suche von Thomas nach Gewissheit auch unsere eigene Suche, nämlich die, dass die Auferstehungsbotschaft ihre Fortsetzung findet, in eine nachösterliche Zeit, und dass sie nicht am Kreuz aufhört.

Impuls

Inspiriert vom Evangelium

Wie gehe ich mit meinen Zweifeln um, suche ich Rat, lasse ich mir helfen oder trage ich sie als eine Last in mir?

Ist mein Handeln nur auf Fakten und Beweisen aufgebaut oder lasse ich mich dabei auch vom Herzen und von Gefühlen leiten?

Man spricht heute davon, wie wichtig Networking ist, damit man seine Ziele erreicht. Aber um wieviel mehr kann man mit dem Netzwerk der Liebe erreichen?


 

Kreuzweg

in der

Coronazeit

Zusammenstellung

für Priester, drei Lektoren und Kantor

von Karl Korntheuer nach einer Vorlage der Pfarre Haugsdorf

 

 

  1. Station: Jesus wird zum Tode verurteilt

P    Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst

L 1 Nach seiner Verhaftung wird Jesus zum römischen Statthalter Pontius Pilatus gebracht. Pilatus spricht das Todesurteil über Jesus und lässt sich eine Schüssel Wasser bringen, um vor allen Menschen seine Hände rein zu waschen.

Stille

L 2 Der Arzt sagt zu Frau M.: „Leider lassen die Untersuchungsergebnisse keine Zweifel offen – es handelt sich um Krebs im fortgeschrittenen Stadium…“ –  die weiteren Worte hört Fr. M. nicht mehr. Es zieht ihr beinahe den Boden unter den Füßen weg. In ihrem Kopf hämmert es nur: „Mein Todesurteil“!

Stille

L3  Fürbitte: Gott, du weißt um die Angst und Not von Menschen,

       deren Leben durchkreuzt wird von Krankheit an Leib oder Seele. Berühre und heile alle Kranken und lass sie in ihren Schmerzen und Ängsten nicht allein.

Alle: Christus höre uns, Christus, erhöre uns!

  Bibelvers aus dem Buch Jeremia: Heile mich, Herr, so bin ich

       heil, hilf mir, so ist mir geholfen; ja, mein Lobpreis bist du. Jer 17,14

K    Lied: GL 289  O, Haupt voll Blut und Wunden, 1. Strophe

 

  1. Station: Jesus nimmt das schwere Kreuz auf seine Schultern

P    Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst

L 2   Jesus wird den Soldaten übergeben. Sie verhöhnen, bespucken

       und schlagen ihn. Dann wird Jesus hinausgeführt und sie legen     ihm das schwere Kreuz auf die verwundeten Schultern. Jesus nimmt das Kreuz an.

Stille

L 3  Marianne ist seit mehr als 50 Jahren verheiratet. Sie hat sich ihr

      Leben, die Ehe mit ihrem Mann eigentlich ganz anders vorgestellt. Es gab zwar schöne Momente in all den Jahren, aber auch viele Krisenzeiten und sie musste mühsam lernen, die Durchschnittlichkeit ihrer Ehe anzunehmen. Jetzt ist ihr Mann sehr krank geworden. Marianne wird weiterhin an seiner Seite bleiben. Sie nimmt ihr Kreuz an und hofft, dass sie es tragen kann.

Stille

L 1   Gott, du kennst die Sehnsucht der Menschen nach

      Liebe und Verständnis, die so oft unerfüllt bleibt. Begleite und stärke alle Menschen, alle Ehepaare, alle Eltern, die ein schweres Kreuz zu tragen haben und hilf ihnen, es anzunehmen und zu tragen.

Alle: Christus höre uns, Christus, erhöre uns!

P   Bibelvers aus dem Matthäusevangelium: Kommt alle zu mir,

     die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen

Stille

  1. Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

P    Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst

L 2  Die Soldaten treiben Jesus durch die Straßen Jerusalems

       und unter der Last des schweren Holzkreuzes bricht er zusammen. Doch die Soldaten zwingen ihn zum Weitergehen.

Stille

L 3   Hr. L. leidet unter dem gewaltigen Druck, der in seiner Arbeit auf ihm lastet. Pensionierte Kollegen werden nicht mehr ersetzt, Aufgaben auf den verbliebenen Schultern verteilt, die Anforderungen steigen täglich. Hr. L. fühlt sich wie im Hamsterrad, das sich immer schneller dreht. Der berufliche Stress verfolgt ihn auch in die Freizeit, in die Familie hinein. Das wirkt sich für alle negativ aus. Er ist am Zusammenbrechen und weiß keinen Ausweg.

Stille

L  1   Gott, du siehst, dass Menschen ausbrennen und

      erschöpft von ihrem Tun sind. Lass sie ihre Grenzen erkennen und lass sie innere Räume und heilige Zeiten finden, in denen sie wieder aufatmen können.

Alle: Christus höre uns, Christus, erhöre uns!

 Bibelvers aus dem Buch Jesaja: Ich, ich kenne meine Pläne, die ich

     für euch habe. Pläne des Heils und nicht des Unheils. Jes 29,11

K   Lied: GL 289  2. Strophe.

  1. Station: Jesus begegnet seiner heiligen Mutter

P    Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst

L 2 Unter den vielen Menschen, die am Straßenrand stehen und zuschauen, wie Jesus unter großen Schmerzen das Kreuz zur Hinrichtungsstätte trägt, ist auch seine Mutter Maria. Die Nähe und Liebe seiner Mutter gibt Jesus die Kraft und den Mut, den schweren Weg weiterzugehen.

Stille

L 3  Es ist bei einem Festmahl. Mir gegenüber sitzt eine ältere Frau, die ihren behinderten, erwachsenen Sohn füttert. Als sie die Kuchengabel auch einmal zu ihrem eigenen Mund führen will, schnappt der Sohn ihr das Kuchenstück weg. Sie reagiert mit einem Lächeln und meint: „Er sorgt dafür, dass ich nicht zu dick werde. „Dann begegnen ihre Augen den lachenden Augen ihres Sohnes und sie streicht ihm liebevoll übers Haar.

Stille

L1  Gott, du schenkst Müttern die Kraft und Hingabe, um für ihre Kinder da zu sein und ihnen Liebe und Geborgenheit zu vermitteln. Hilf allen werdenden, allen glücklichen und allen leidenden Müttern und erhöre ihre Gebete für ihre Kinder.

Alle: Christus höre uns, Christus, erhöre uns!

P  Bibelvers aus dem 1. Johannesbrief: Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es. 1 Joh 3,18

Stille

  1. Station: Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

P    Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.

A   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst

L 2  Jesus wird immer schwächer und kann das Kreuz kaum mehr tragen. Da befehlen die Soldaten dem Bauern Simon von Zyrene, das Kreuz für Jesus zu tragen.

Stille

L 3   Familie A. ist aus Afghanistan geflüchtet. Sie haben Schreckliches erlebt. Die Brüder der Frau sind im Krieg umgekommen, ihre alten Eltern hatten keine Kraft mehr, um das Land zu verlassen. Familie A. mit ihren drei kleinen Kindern hat ein Notquartier in unserer Gegend gefunden. Da sind Menschen, denen das Schicksal dieser Familie nicht egal ist. Sie packen an, sie lernen Deutsch mit ihnen, sie unterstützen bei alltäglichen Tätigkeiten und bei Behördenwegen. Familie A. ist dankbar für die Hilfe.

Stille

L 1  Gott, es gibt immer wieder Menschen, die mit anderen mitfühlen und ihre Hilfeanbieten. Beschütze und segne alle Menschen, die für andere da sind und segne und begleite all jene, die auf fremde Hilfe angewiesen sind.

Alle: Christus höre uns, Christus, erhöre uns!

P   Bibelvers aus dem 1. Johannesbrief: Und dieses Gebot haben wir von ihm: Wer Gott liebt, soll auch seinen Bruder lieben. 1 Joh 4,21

K   Lied: GL 289, 3. Strophe

  • Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

P    Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst

L 2 In der Menge der Zuschauer steht auch Veronika, sie sieht, wie Jesus leidet und reicht ihm ihr Tuch, damit er sich das Blut, den Schweiß und den Schmutz aus dem Gesicht wischen kann. Jesus nimmt es dankbar und drückt sein Gesicht in den Stoff.

Stille

L 3  Mitten in der Stoßzeit am Bahnhofsgelände passiert es: ein etwas verwahrlost wirkender Mann wankt und fällt plötzlich hin. Die Menschen um ihn herum weichen erschrocken zurück, schauen und warten ab, was passiert. Da kniet sich ein junger Student neben den Mann hin und beginnt rasch mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Er ruft einer Frau, die ein Handy in der Hand hält, zu, rasch den Notarzt zu alarmieren. Da beginnen plötzlich auch die anderen Umstehenden zu helfen.

Stille

L 3  Gott, du gibst vielen Menschen den Mut, spontan einzugreifen, wenn Hilfe gebrauchtwird. Verwandle auch die Herzen von jenen Menschen, die aus Angst, Egoismus oder Gleichgültigkeit an ihren Nächsten vorübergehen und lass sie die Erfahrung machen, dass sie durch beherztes Eingreifen Leben retten und für andere zum Vorbild werden können.

Alle: Christus höre uns, Christus, erhöre uns!

P    Bibelvers aus dem 1. Korintherbrief: Seid wachsam, steht fest im Glauben, seid mutig, seid stark!1 Kor 16,13

Stille

  1. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

P    Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst

L 1  Der Weg nach Golgota scheint kein Ende zu nehmen. Viele Schaulustige beobachten Jesus, der jetzt so gar nicht mehr wie ein König aussieht, aber keiner hilft ihm. Das Kreuz ist einfach zu schwer und er stürzt zum zweiten Mal.

Stille

L 2  Margot F. leidet unter ihrer Tablettensucht. Sobald ihr irgendetwas zu viel wird, greift sie nach den Medikamenten. Zu Beginn war das eine spürbare Erleichterung, später konnte sie ohne Tabletten keinen Tag mehr durchstehen und keine Nacht mehr durchschlafen. Sie hat versucht, damit aufzuhören, aber sie schafft es nicht. Die Versuchung ist zu groß, die Entzugserscheinungen sind fürchterlich. Noch weiß niemand von ihrem Problem, das sie niederdrückt und sie schämt sich, Hilfe von außen anzunehmen.

Stille 

L 3  Gott, du kennst die verborgene Sehnsucht der Menschen, die sich oft in verschiedene Formen von Sucht verwandeln kann. Hilf allen Menschen, aus Verstrickungen und Süchten herauszufinden, immer wieder aufzustehen und mit deiner Hilfe und der Unterstützung ihrer Mitmenschen zu einem erfüllten Leben zu finden.

Alle: Christus höre uns, Christus, erhöre uns!

P    Bibelvers aus dem Buch Jesaja: Der Herr ist dir gnädig, wenn du um Hilfe schreist; er wird dir antworten, sobald er dich hört. Jes 16,19

K   Lied: GL 289, 4. Strophe

  • Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen

P    Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst

L 1  Jesus sieht in der Menge eine Gruppe Frauen, die über seinen bevorstehenden Tod und das Leid, das er ertragen muss, weinen. Jesus bleibt stehen und sagt zu ihnen: „Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht um mich; weint über euch und eure Kinder!“

Stille

L 2  Da ist ein schrecklicher Unfall passiert. Ein junger Bursch ist tot. Die Familie und seine Freunde sind zerrissen vor Schmerz und können nicht begreifen, was da geschehen ist. Die jungen Leute kommen bei ihrem Lieblingstreffpunkt zusammen und versuchen, einander tröstend beizustehen. Sie reichen einander Taschentücher, spielen nonstop die Lieblingsmusik des toten Freundes. Sie liegen sich in den Armen und weinen. Sie sind dankbar, dass da auch jemand ist, der leise für ihren Freund betet und dann beten einige von ihnen mit.

Stille

L 3  Gott, dein Mitfühlen kennt keine Grenzen. Du teilst Freud und Leid mit uns und lässt uns erfahren, dass jede Form von Zuwendung, jedes Schweigen und einfach Dasein, andere Menschen in ihrer Trauer trösten kann. Schenke allen Trauernden und Verzagten neuen Lebensmut und Menschen, die sie einfühlsam in schweren Zeiten begleiten.

Alle: Christus höre uns, Christus, erhöre uns!

P     Bibelvers aus dem Buch der Psalmen: Er heilt die gebrochenen Herzen. Ps 147,3

Stille

  1. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz

P    Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
 Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst

L1   Jesu Kraft ist endgültig zu Ende. Er kann nicht mehr und bricht ohnmächtig zusammen. Wie einfach wäre es, liegen zu bleiben und auf den Tod zu warten. Aber Jesus will das Werk vollenden, das sein himmlischer Vater für ihn vorgesehen hat. Er schleppt sich und das Kreuz weiter.

Stille

L 2  Marco B. erzählt uns bei unserem Besuch in der Gemeinschaft Cenacolo im Burgenland aus seinem Leben. Er hatte früher oft Ärger mit seinen Eltern und lernte Freunde kennen, die viel tranken und ihn auch mit Drogen in Kontakt brachten. Der Ärger daheim wurde größer, er zog aus und das Problem der Geldbeschaffung für weitere Drogen machte ihn zum Kriminellen. Die Eltern wussten keinen Rat mehr. Marco war am Ende, er war mehr tot als lebendig. Da lernte er die Jungs von Cenacolo kennen, die durch Arbeit und Gebet von der Drogensucht losgekommen waren. Einmal wollte Marco es noch probieren – Gott und die Gemeinschaft haben ihm geholfen.

Stille

L 3  Gott, wir denken an die vielen jungen Menschen, die keinen Sinn und keine Orientierung in ihrem Leben finden. Sie suchen schnelles Glück und Spaß und werden in eine Spirale des Verderbens hineingezogen. Bitte, behüte unsere Jugendlichen, bewahre sie vor falschen Freunden und lass sie gute Vorbilder finden, damit ihr Leben gelingen kann.

Alle: Christus höre uns, Christus, erhöre uns!

 P   Bibelvers aus dem Buch Jesaja: Nur für eine kleine Weile habe ich dich verlassen, doch mit großem Erbarmen hole ich dich heim. Jes 54,7

K     Lied: GL 289, 5. Strophe

  1. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt

P    Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst

L 1  Als Jesus endlich auf dem Berg Golgota ankommt, nehmen ihm die Soldaten seine Kleider ab. Sie nageln Jesus ans Kreuz und teilen dann seine Kleider unter sich auf.

Stille

L 2  Verena ist verzweifelt. Sie hatte Streit mit ihren Freundinnen und plötzlich findet sie sich auf Facebook wieder, auf einem Foto, für das sie sich unheimlich schämt, öffentlich gemacht und spöttisch kommentiert von vielen Jugendlichen. Am liebsten würde sie sich umbringen, einfach nicht mehr da sein, um nicht mehr diesen demütigenden Handlungen der anderen ausgeliefert zu sein. Sie fühlt sich entsetzlich hilflos und bloßgestellt.

Stille

L 3  Gott, da, wo Menschen ihrer Würde beraubt werden, sei du ihnen Schutz und Halt. Zeige uns Wege, um in Konflikten Hilfestellung anzubieten und als Vermittler zu wirken und bewahre alle Menschen vor Ausbeutung oder Bloßstellung in verschiedensten Medien.

Alle: Christus höre uns, Christus, erhöre uns!

P   Bibelvers aus dem Buch der Psalmen: Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre; Gott ist mein schützender Fels, meine Zuflucht. Ps 62,9

Stille

  1. Station: Jesus wird ans Kreuz genagelt

P    Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst

L 1  Mit Jesus werden auch zwei Verbrecher gekreuzigt, ihre Kreuze stehen zu beiden Seiten Jesu. Die Soldaten und die Menschenmenge verhöhnen und beschimpfen Jesus. Doch Jesus betet für sie und bittet Gott um Vergebung: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“

Stille

L 2  Der Anruf am 27. Mai 2017 markiert einen Wendepunkt im Leben von Hanaa und ihren vier Kindern. Am anderen Ende der Leitung hört sie, wie ihr in Tränen aufgelöster Sohn berichtet, Islamisten hätten soeben seinen Vater niedergeschossen. Auf dem Weg zur Arbeit in einem Kloster war Hanaas Mann Ayadin einen Hinterhalt von Islamisten geraten. Als er sich weigerte, den islamischen Glauben anzunehmen, wurde er vor den Augen seiner beiden Söhne Marco (14) und Mina (10) tödlich verwundet.

Stille

L 3  Gott, in unseren Tagen gibt es auf der ganzen Welt mehr Christenverfolgungen als jemals zuvor. Viele christliche Familien müssen flüchten und erleben Gewalt oder sogar den Tod von Familienmitgliedern. Bitte, hilf unseren Schwestern und Brüdern im Glauben und befreie sie aus Bedrohung, Ohnmacht und Angst um ihr Leben.

Alle: Christus höre uns, Christus, erhöre uns!

P     Bibelvers aus dem ersten Petrus‐Brief: Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt. 1 Petr 3,15

K    Lied: GL 289, 6. Strophe

  1. Station: Jesus stirbt am Kreuz

Wir knien nieder - Stille

  Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst

L 1  Als Jesus am Kreuz hängt, verdunkelt sich der Himmel von der sechsten bis zur neunten Stunde. Dann ruft er laut: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Mit einem lauten Schrei stirbt Jesus und haucht seinen Geist aus. Da reißt der Vorhang im Tempel in der Mitte entzwei und die Erde bebt. Der Hauptmann und die Soldaten, die Jesus bewachen, erschrecken und sagen: „Wahrhaftig, das war Gottes Sohn!“

Stille

L 2  Als die mörderischen Schüsse aus dem Sturmgewehr des Amokläufers durch das Schulgebäude peitschten, hatte die junge Grundschullehrerin Victoria S. nur einen Gedanken: Wie kann ich meine Schüler schützen? Geistesgegenwärtig versteckte sie einige ihrer Schutzbefohlenen im Wandschrank – gerade noch rechtzeitig. Denn schon im nächsten Augenblick betrat der Todesschütze das Klassenzimmer und feuerte auf alles, was sich regte. 26 Menschen starben innerhalb weniger Minuten im Kugelhagel des Massenmörders –darunter 20 Kinder. Ohne die Opferbereitschaft von Menschen wie Victoria S. wären es weit mehr gewesen.

Stille

L 3  Gott, wir bitten dich für alle unsere Lieben, die schon heimgegangen sind zu dir. Lass alle Verstorbenen in deiner ewigen Liebe Heimat finden und Leben in Fülle und Freude!

Alle: Christus höre uns, Christus, erhöre uns!

P     Bibelvers aus dem Johannesevangelium: In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: ich habe die Welt besiegt. Joh 16,33

Stille

  1. Station: Jesus wird vom Kreuz genommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt

P    Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst

L 1  Am Abend geht Josef von Arimathäa zu Pilatus und bittet, den Leichnam Jesu begraben zu dürfen. Als Jesus vom Kreuz abgenommen wird, ist auch seine Mutter dabei. Josef von Arimathäa legt Maria ihren toten Sohn in den Schoß und sie weint und trauert um ihn.

Stille

L 2  Wir denken jetzt in Stille an Trennungen oder an Situationen des Loslassens, die wir selbst schon durchleben oder durchleiden mussten.

Stille

L 3  Gott, du bist da am Morgen und am Abend, wenn wir wachen oder schlafen. Du bist bei uns, wenn wir froh sind und du bist uns besonders nah, wenn wir weinen. Bitte, begleite alle Menschen mit deiner spürbaren Gegenwart, sodass sie auch in Krisenzeiten, in Trauer oder Trennung von deiner Liebe getragen werden.

Alle: Christus höre uns, Christus, erhöre uns!

P     Bibelvers aus dem Evangelium nach Johannes: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Joh 11,25

K   Lied: GL 289, 7. Strophe

  1. Station: Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt

P    Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst

L 1  Josef hüllt den Leichnam in ein sauberes Leinentuch, legt ihn in ein neues Felsengrab und schiebt einen großen Stein davor. Maria Magdalena und Maria, die Mutter Jesu, beobachten, wohin Josef den Leichnam bringt. Dann wird das Grab versiegelt und Wächter werden davor postiert.

Stille

L 2  Hr. M. steht am Grab seiner verstorbenen Frau. Er gießt die Blumen und entzündet eine Kerze. Dann versinkt er ins Gebet und dabei erinnert er sich auch an ein Gespräch mit ihr, kurz bevor der Tod sie von ihrer schweren Krankheit erlöst hat. „Du wirst traurig sein, wenn du an mich denkst, aber sei auch wieder froh, das wünsche ich mir, und freu dich auf ein Wiedersehen mit mir. Ich werde dich erwarten.“ Diese Worte seiner Frau wiederholt Hr. M. oft in Gedanken und ein tiefer Friede breitet sich in seinem Herzen aus.

Stille

L 3  Gott, du bist ein Gott des Lebens und nicht des Todes. Du bist ein Gott der Liebe und des Friedens. Schenke allen Menschen, die erstarrt sind in Einsamkeit und Traurigkeit kleine Zeichen deiner Liebe. Berühre ihre Herzen und lass sie wieder Lebensfreude, Hoffnung und inneren Frieden finden.

Alle: Christus höre uns, Christus, erhöre uns!

P    Bibelvers aus dem Thessalonicher‐Brief: Er ist für uns gestorben, damit wir vereint mit ihm leben, ob wir nun wachen oder schlafen.  1 Thess 5,10

(K   Lied: GL 289, 8. Strophe)

Dank fürs Mitbeten, Segen

 

© Karl Korntheuer

 
   


  

Die Plattform netzwerk-gottesdienst.at bietet eine Anleitung für den Segensgottesdienst im eigenen Heim:

 

 


Maiandacht

mit Texten und Liedern aus dem Gotteslob

 

 


So feierten unsere Priester in Zeiten von Corona-Virus täglich um 7:30 Uhr die hl. Messe

  

Sollten sie einmal keinen Priester aus der Pfarre erreichen, wenden sie sich, bitte, an folgende Priester:

Alois Glatzl 0664/ 4110865
Franz Grabenwöger 0664/ 9925915
Walter Gröschl 0650/ 3715057
Josef Spreitzhofer 0664/ 6101332
Herbert Samm 02627/ 82272-508; Fax: -505

 

Gebet der Pfarre Edlitz 

Dank und Anbetung sei Dir, dem dreieinigen Gott,
dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist, 
der du uns durch Licht und Schatten führst.

Manchmal sind unsere Seelen einsam und wir suchen nach Sinn.
Öffne unsere Herzen und befreie uns
von allen Ängsten und unnötigen Sorgen,
damit du in uns wohnen kannst.

Du bist immer für uns da,
besonders wenn wir große Schwierigkeiten zu überwinden haben,
denn deine Wege führen immer zum Guten.

Lass uns voll Kraft und Vertrauen durch deine Gnade wachsen
und zur lebendigen Hoffnung für viele werden.

Auf die Fürsprache der Heiligen Muttergottes,
des Heiligen Josef, des Heiligen Vitus und aller Heiligen
entflamme in unseren Herzen das Feuer
des Glaubens und der Liebe.

Schenke denen, die uns nahe sind, 
allen Menschen in unserer Pfarre und der ganzen Welt
Frieden und Heil. Amen

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